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Die meisten Menschen wissen nicht, dass schon vor mehr als 200 Jahren intensiv darüber nachgedacht wurde, welche langfristigen Folgen das von technischem Fortschritt getragene menschliche Tun für den Zustand der Erde haben werde.

Bezeichnenderweise beschäftigten sich damit vor allem europäische Wissenschaftler, die im tropischen oder subtropischen Bereich der damaligen Kolonialgebiete tätig waren. Dabei dienten ihnen die ökologischen Veränderungen, die sie als Folge der Kolonialwirtschaft auf kleinen Inseln beobachten konnten, als Modell für das, was mit der Erde als Ganzes geschieht. Die damalige Vorstellung von der Erde als Insel entspricht unserer heutigen von der Erde als Raumschiff und soll ihre Begrenztheit symbolisieren.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts führte das Engagement dieser Wissenschaftler auf einigen tropischen Inseln unter europäischer Kolonialherrschaft zur ersten modernen Umweltgesetzgebung. Angestoßen durch Alexander von Humboldt, begann man Beziehungen zwischen Entwaldung, Umweltverschmutzung, Wasserhaushalt, Klima, Hunger, Krankheiten und Artensterben herzustellen.

Einen Höhepunkt erreichte die Diskussion über Klimawandel und Artensterben in der Mitte des 19. Jahrhunderts. 1858 legte J. Spotswood Wilson der Britischen Vereinigung zur Förderung der Wissenschaft eine Arbeit vor, in der er vor einer Klimakatastrophe durch Veränderung der Zusammensetzung der Atmosphäre warnte. Die drohende Gefahr eines Klimawandels veranlasste viele Wissenschaftler, vor allem aus Großbritannien und Frankreich, ihre Regierungen zu drängen, etwas dagegen zu unternehmen.

Wie wir wissen, konnten die Wissenschaftler weder die Entscheidungsträger noch ihre Mitbürger dazu motivieren, eine Politik der nachhaltigen Entwicklung in Gang zu setzen. Im Gegenteil, die Eingriffe in die Natur wurden verstärkt. Man sprach unverhohlen von Opferlandschaften, die hingenommen werden könnten, weil die zu erwartende Wertschöpfung, die durch die neuen Produktionsstätten und Infrastrukturen möglich werde, die Wertschöpfung weit übertreffe, die durch die Umweltveränderungen verloren gehe.

Literatur:

Richard H. Grove: Die Anfänge des Umweltbewusstseins
Spektrum der Wissenschaft, September 1992, S. 76-81

Richard H. Grove: Green Imperialism. Colonial Expansion, Tropical Island Eden and the Origins of Environmentalism 1600-1860
Cambridge University Press, Cambridge, UK 1995.